<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Textus receptus</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Textus_receptus"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.math.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Textus_receptus rootpage-Textus_receptus skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Textus receptus</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Textus receptus</b> (<a href="Latein" title="Latein">lat.</a> für „überlieferter Text“), abgekürzt <i>TR</i>, nennt man jene Textfamilie des griechischen <a href="Neues_Testament" title="Neues Testament">Neuen Testaments</a>, die in den weit verbreiteten Druckausgaben des 16. und 17. Jahrhunderts zu finden ist und sich in der Folge im Westen bis ins 19. Jahrhundert durchgesetzt hat.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bezeichnung">Bezeichnung</h2></div><p>
Der Begriff <i>Textus receptus</i> wurde geprägt durch das Vorwort einer Ausgabe des griechischen Neuen Testaments von 1633 durch <a href="Bonaventura_Elsevier" title="Bonaventura Elsevier">Bonaventura Elzevier</a> und seinen Neffen Abraham Elzevier, Drucker aus <a href="Leiden_(Stadt)" title="Leiden (Stadt)">Leiden</a>. Sie schrieben </p><div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„textum ergo habes, nunc ab omnibus receptum, in quo nihil immutatum aut corruptum“
</p>
</blockquote>
</div></div><p> was übersetzt bedeutet: „Du erhältst also den Text, der nun von allen übernommen/gutgeheißen wurde, in dem nichts verändert oder verfälscht ist.“ Die zwei Wörter <i>textum</i> und <i>receptum</i> wurden später in der Phrase <i>textus receptus</i> zusammengezogen, womit der zugrundeliegende Text als allgemein akzeptierte und damit verbindliche Textfassung des Neuen Testaments ausgegeben wurde.<sup id="cite_ref-MetzgerEhrman152_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-MetzgerEhrman152-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Hermann_von_Soden" title="Hermann von Soden">Hermann von Soden</a> nennt diese Formulierung in seiner vierbändigen Textausgabe abschätzig eine <i>Buchhändlerreklame</i>.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Begriff ist irreführend, da alle existierenden Handschriften ein Teil dieser Überlieferung sind, nicht nur eine kleine, mehr oder weniger zufällige Auswahl.
</p><div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehung">Entstehung</h2></div>
<p>Die Texttradition dieses <i>Textus receptus</i> beginnt mit der ersten Druckausgabe des griechischen Neuen Testaments, die <a href="Erasmus_von_Rotterdam" title="Erasmus von Rotterdam">Erasmus von Rotterdam</a> 1516 unter dem Titel <i><a href="Novum_Instrumentum_omne" title="Novum Instrumentum omne">Novum Instrumentum omne</a></i> vorlegte. Sie war zweisprachig und enthielt den lateinischen und den griechischen Text. Erasmus standen dazu sieben griechische Handschriften des Neuen Testaments zur Verfügung, die der Tradition des <a href="Mehrheitstext" title="Mehrheitstext">byzantinischen Mehrheitstextes</a> (Siglum <span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle {\mathfrak {m}}}">
<semantics>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mstyle displaystyle="true" scriptlevel="0">
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mi mathvariant="fraktur">m</mi>
</mrow>
</mrow>
</mstyle>
</mrow>
<annotation encoding="application/x-tex">{\displaystyle {\mathfrak {m}}}</annotation>
</semantics>
</math></span><img src="./_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/adc0e9162e96758157a34a6e44967288b481a7cd.svg" class="mwe-math-fallback-image-inline mw-invert skin-invert" aria-hidden="true" style="vertical-align: -0.338ex; width:1.783ex; height:1.676ex;" alt="{\displaystyle {\mathfrak {m}}}" loading="lazy"></span>) zuzurechnen sind und aus dem 11. bis 15. Jahrhundert stammen. Aus diesen Handschriften gewann Erasmus unter Zuhilfenahme der <a href="Vulgata" title="Vulgata">Vulgata</a> und von Bibelzitaten bei den <a href="Kirchenvater" title="Kirchenvater">Kirchenvätern</a> seinen Text, den er an einigen Stellen selbst ergänzte, wo die Handschriften Lücken aufwiesen. Er wurde damit zum ersten <a href="Textkritik" title="Textkritik">Textkritiker</a> des Neuen Testaments. Die Ausgabe wurde innerhalb von nur fünf Monaten vorbereitet und enthielt wegen des Zeitdrucks relativ viele Fehler. Eine zweite, korrigierte Auflage erschien 1519. Diese bildete auch die Textgrundlage für <a href="Martin_Luther" title="Martin Luther">Martin Luthers</a> deutsche <a href="Lutherbibel" title="Lutherbibel">Übersetzung</a>. Drei weitere Auflagen mit Textänderungen erschienen 1522, 1527 und 1535.
</p><p>Schon lange vor der Erstausgabe des Erasmus wurde in Spanien unter Leitung des Kardinals <a href="Francisco_Jim%C3%A9nez_de_Cisneros" title="Francisco Jiménez de Cisneros">Jiménez</a> eine aufwendige mehrsprachige Ausgabe der Bibel und damit auch des Neuen Testaments vorbereitet, die <a href="Complutensische_Polyglotte" title="Complutensische Polyglotte">Complutensische Polyglotte</a>, die jedoch erst 1520 erscheinen konnte.
</p><p>Auf Grundlage dieser beiden Editionen gab <a href="Robert_Estienne" title="Robert Estienne">Robert Estienne</a> (genannt Stephanus) 1546 eine textkritische Ausgabe heraus, deren dritte Auflage 1550 erschien und unter dem Namen <a href="Editio_Regia" title="Editio Regia">Editio Regia</a> bekannt ist. Mit der vierten Auflage wurde von Estienne die bis heute angewandte <a href="Bibelvers" title="Bibelvers">Verszählung</a> für das Neue Testament eingeführt. Estienne lehnte sich vor allem an die fünfte Auflage der Erasmus-Ausgabe an.
</p><p>Der reformierte Theologe <a href="Theodor_Beza" class="mw-redirect" title="Theodor Beza">Theodor Beza</a> veröffentlichte zwischen 1565 und 1611 (hier postum) weitere zehn Ausgaben des griechischen Neuen Testaments, die vor allem auf der vierten Auflage der Ausgabe Estiennes beruhten, aber auch einige Änderungen enthielten, die teilweise weder durch die früheren Ausgaben noch durch Handschriften belegt waren.
</p>
<p>Auf diesen Texten Bezas (aus der ersten und fünften Auflage) bauten die Drucker Elzevir ihre Ausgabe auf, die in der zweiten Auflage von 1633 dem <i>Textus receptus</i> seinen Namen gegeben hat. Insgesamt erschienen bis 1678 sieben Auflagen des TR aus dem Haus Elzevir, die im Wesentlichen auf die Arbeit Erasmus’ zurückgehen und recht einheitlich sind, obwohl sie sich in kleineren Details unterscheiden.<sup id="cite_ref-MetzgerEhrman152_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-MetzgerEhrman152-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die letzten bedeutenden kritischen Ausgaben des Textus receptus stammen von <a href="Frederick_Henry_Ambrose_Scrivener" title="Frederick Henry Ambrose Scrivener">Frederick Henry Ambrose Scrivener</a> gegen Ende des 19. Jahrhunderts, der als Haupttext den Text der Editio Regia wählte und in den Apparat die Lesarten von anderen wichtigen Ausgaben setzte.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="W%C3%BCrttembergische_Bibelgesellschaft" title="Württembergische Bibelgesellschaft">Privilegierte Württembergische Bibelgesellschaft</a> wechselte beim Druck des griechischen Neuen Testaments von Ausgaben des Textus receptus an der Wende zum 20. Jahrhundert zu der ersten Ausgabe von <a href="Eberhard_Nestle" title="Eberhard Nestle">Eberhard Nestle</a>, die auf einem Vergleich der Textausgaben von <a href="Konstantin_von_Tischendorf" title="Konstantin von Tischendorf">von Tischendorf</a>, <a href="Westcott_und_Hort" class="mw-redirect" title="Westcott und Hort">Westcott und Hort</a> sowie <a href="Richard_Francis_Weymouth" title="Richard Francis Weymouth">Richard Francis Weymouth</a> beruhte. Sie erschien 1898.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <a href="British_and_Foreign_Bible_Society" title="British and Foreign Bible Society">Britische und Ausländische Bibelgesellschaft</a> wechselte 1904 zum Text der dritten Auflage Nestles und machte sie zudem zur Textgrundlage für ihre Bibelübersetzungen in andere Sprachen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Textus receptus war damit auch in den preiswerten Handausgaben für den allgemeinen Gebrauch abgelöst.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Textgeschichtliche_Einordnung_und_Kritik">Textgeschichtliche Einordnung und Kritik</h2></div>
<p>In der komplizierten <a href="Textgeschichte_des_Neuen_Testaments" title="Textgeschichte des Neuen Testaments">Textgeschichte des Neuen Testaments</a> unterscheidet man verschiedene Textfamilien. Erasmus hat seiner Erstausgabe sieben mehr oder minder zufällige Manuskripte des so genannten <a href="Mehrheitstext" title="Mehrheitstext">Mehrheitstextes</a> oder <i>byzantinischen Reichstextes</i> zu Grunde gelegt. Davon enthielt eines das gesamte Neue Testament ohne die <a href="Offenbarung_des_Johannes" title="Offenbarung des Johannes">Offenbarung</a>, zwei ausschließlich die <a href="Evangelium_(Buch)" class="mw-redirect" title="Evangelium (Buch)">Evangelien</a>, zwei die <a href="Paulusbriefe" title="Paulusbriefe">Paulusbriefe</a>, eines die <a href="Apostelgeschichte" class="mw-redirect" title="Apostelgeschichte">Apostelgeschichte</a> und die <a href="Katholische_Briefe" title="Katholische Briefe">katholischen Briefe</a>. Die Offenbarung lag ihm sogar nur in einer nicht ganz vollständigen Handschrift vor, so dass Erasmus die fehlenden Teile aus dem Lateinischen ins Griechische übersetzte und dabei eine Textversion schuf, die in keiner Handschrift bezeugt ist. Alle Handschriften waren von nicht besonders hoher textgeschichtlicher Qualität. Der Textus receptus, obwohl er viele Gemeinsamkeiten mit den anderen Ausgaben des Mehrheitstextes (byzantinischen Textes) hat, ist der schlechteste Vertreter all dieser Ausgaben, da er auf einer sehr kleinen Auswahl an Handschriften beruht.
</p><p>Im 18. Jahrhundert wurde die Genauigkeit des Textus receptus in Frage gestellt: Ausgaben des griechischen Neuen Testaments wurden zunehmend mit einem <a href="Kritischer_Apparat" class="mw-redirect" title="Kritischer Apparat">textkritischen Apparat</a> versehen, der abweichende Lesarten aus anderen Handschriften und Übersetzungen verzeichnet, zum Teil mit Angabe, sie seien vermutlich ursprünglicher als die Lesart des Textus receptus. Im 19. Jahrhundert wurden weitere Handschriften entdeckt, entziffert und in ihrer Wichtigkeit für die Textüberlieferung erkannt, darunter die wichtigsten Hauptzeugen des <a href="Alexandrinischer_Texttyp" title="Alexandrinischer Texttyp">alexandrinischen Texttyps</a>. Etwa ab dem Erscheinen der <i>Editio octava critica maior</i> von <a href="Konstantin_von_Tischendorf" title="Konstantin von Tischendorf">Konstantin von Tischendorf</a> von 1869 bis 1872 und dem <a href="The_New_Testament_in_the_Original_Greek" title="The New Testament in the Original Greek">New Testament in the Original Greek</a> von <a href="Brooke_Foss_Westcott" title="Brooke Foss Westcott">Westcott</a>/<a href="Fenton_John_Anthony_Hort" title="Fenton John Anthony Hort">Hort</a> 1881 galt der Textus receptus in der wissenschaftlichen Textkritik nicht mehr als maßgeblich, obwohl die textkritischen Leitprinzipien von Westcott/Hort stark kritisiert wurden.
</p><p><a href="Bibel%C3%BCbersetzung" title="Bibelübersetzung">Bibelübersetzungen</a> aus der <a href="Reformation" title="Reformation">Reformationszeit</a> wie die Lutherbibel (Biblia Deudsch 1545) oder die englische <a href="King-James-Bibel" title="King-James-Bibel">King-James-Bibel</a> legen den Textus receptus zu Grunde, während sich heutige Übersetzungen in der Regel auf die neueren textkritischen Ausgaben des griechischen Neuen Testaments stützen, vor allem auf das <a href="Novum_Testamentum_Graece" title="Novum Testamentum Graece">Novum Testamentum Graece</a> und das im Text mit diesem identische <a href="Greek_New_Testament" title="Greek New Testament">Greek New Testament</a>. Ausnahmen sind die <a href="Schlachter-Bibel" title="Schlachter-Bibel">Schlachter-Bibel</a> in der Version 2000, die <i>Luther21</i>-Bibel vom <i>La Buona Novella</i>-Verlag. <a href="Herbert_Jantzen" title="Herbert Jantzen">Herbert Jantzen</a> und <a href="Thomas_Jettel" title="Thomas Jettel">Thomas Jettel</a> verwendeten in ihrer Übersetzung, <i><a href="Die_Bibel_in_deutscher_Fassung" title="Die Bibel in deutscher Fassung">Die Bibel in deutscher Fassung</a></i> den <a href="Mehrheitstext" title="Mehrheitstext">Mehrheitstext</a> als Textgrundlage. Verbreitet sind diese Versionen hauptsächlich in evangelikalen oder traditionellen Kreisen, da dieser Text seit der Reformationszeit historisch eine besondere Rolle spielt. Aus wissenschaftlicher Sicht gilt der Text der kritischen Ausgaben als ursprünglicher gegenüber dem Textus receptus. Seit die Bibelgesellschaften Anfang des 20. Jahrhunderts die textkritischen Editionen des griechischen Neuen Testaments als Textgrundlage genommen haben, basieren auch die meisten neueren Übersetzungen und Revisionen nicht mehr auf dem Textus receptus.
</p><p>In einer gemeinsamen Richtlinie haben die <a href="R%C3%B6misch-katholische_Kirche" title="Römisch-katholische Kirche">Katholische Kirche</a> und die <a href="United_Bible_Societies" title="United Bible Societies">United Bible Societies</a> vereinbart, bei gemeinsamen überkonfessionellen Übersetzungen des Neuen Testaments grundsätzlich nicht mehr den Textus receptus, sondern kritische wissenschaftliche Ausgaben, insbesondere das <i>Novum Testamentum Graece</i> von <a href="Nestle-Aland" class="mw-redirect" title="Nestle-Aland">Nestle-Aland</a> bzw. das <i>Greek New Testament</i> zu verwenden. Die Vereinbarung unter dem Titel <i>Guiding Principles for Interconfessional Cooperation in Translating the Bible</i> stammt ursprünglich aus dem Jahr 1968 und wurde 1987 erneuert.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kirchliche_Verwendung">Kirchliche Verwendung</h2></div>
<p>Einzelne Anhänger des Textus receptus, die diese Textform als die von Gott <a href="Verbalinspiration" title="Verbalinspiration">inspirierte</a> ansehen, gibt es heute vor allem in <a href="Freikirche" title="Freikirche">freikirchlichen</a> und <a href="Evangelikalismus" title="Evangelikalismus">evangelikalen</a> Kreisen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-MetzgerEhrman152-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-MetzgerEhrman152_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-MetzgerEhrman152_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Bruce_M._Metzger" class="mw-redirect" title="Bruce M. Metzger">Bruce M. Metzger</a>, <a href="Bart_D._Ehrman" title="Bart D. Ehrman">Bart D. Ehrman</a>: <i>The Text Of The New Testament: Its Transmission, Corruption and Restoration</i>, <a href="Oxford_University_Press" title="Oxford University Press">Oxford University Press</a>, 2005, S. 152</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Hermann von Soden: <i>Die Schriften des Neuen Testaments in ihrer ältesten erreichbaren Textgestalt.</i> Bd. 1,1 S. 2.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.archive.org/details/greeknewtestamen00scriuoft#page/n5/mode/2up"><i>Novum Testamentum : Textus Stephanici A.D. 1550 : accedunt variae lectiones editionum Bezae, Elzeviri, Lachmanni, Tischendorfii, Tregellesii, Westcott-Hort, Versionis Anglicanae Emendatorum</i></a></span><span style="display: none;"><a rel="nofollow" class="external free" href="http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dgreeknewtestamen00scriuoft%23page%2Fn5%2Fmode%2F2up~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D%27%27Novum%20Testamentum%20%3A%20Textus%20Stephanici%20A.D.%201550%20%3A%20accedunt%20variae%20lectiones%20editionum%20Bezae%2C%20Elzeviri%2C%20Lachmanni%2C%20Tischendorfii%2C%20Tregellesii%2C%20Westcott-Hort%2C%20Versionis%20Anglicanae%20Emendatorum%27%27~PUR%3D">http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dgreeknewtestamen00scriuoft%23page%2Fn5%2Fmode%2F2up~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D%27%27Novum%20Testamentum%20%3A%20Textus%20Stephanici%20A.D.%201550%20%3A%20accedunt%20variae%20lectiones%20editionum%20Bezae%2C%20Elzeviri%2C%20Lachmanni%2C%20Tischendorfii%2C%20Tregellesii%2C%20Westcott-Hort%2C%20Versionis%20Anglicanae%20Emendatorum%27%27~PUR%3D</a></span>, Cambridge und London 1887</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Eberhard Nestle: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.archive.org/details/novumtestamentu00nestgoog/page/n5/mode/1up">Novum Testamentum Graece, cum apparatu critico ex editionibus et libris manu scriptis collecto</a></span><span style="display: none;"><a rel="nofollow" class="external free" href="http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dnovumtestamentu00nestgoog~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn5~doppelseitig%3D~LT%3DNovum%20Testamentum%20Graece%2C%20cum%20apparatu%20critico%20ex%20editionibus%20et%20libris%20manu%20scriptis%20collecto~PUR%3D">http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dnovumtestamentu00nestgoog~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn5~doppelseitig%3D~LT%3DNovum%20Testamentum%20Graece%2C%20cum%20apparatu%20critico%20ex%20editionibus%20et%20libris%20manu%20scriptis%20collecto~PUR%3D</a></span>, Privilegierte Württembergische Bibelgesellschaft, Stuttgart 1899.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.archive.org/details//biblentgreektext00nestuoft/page/n6/mode/1up">Ή ΚΑΙΝΗ ΔΙΑΘΗΚΗ. Text with critical appararatus</a></span><span style="display: none;"><a rel="nofollow" class="external free" href="http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D%2Fbiblentgreektext00nestuoft~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn6~doppelseitig%3D~LT%3D%CE%89%20%CE%9A%CE%91%CE%99%CE%9D%CE%97%20%CE%94%CE%99%CE%91%CE%98%CE%97%CE%9A%CE%97.%20Text%20with%20critical%20appararatus~PUR%3D">http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D%2Fbiblentgreektext00nestuoft~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn6~doppelseitig%3D~LT%3D%CE%89%20%CE%9A%CE%91%CE%99%CE%9D%CE%97%20%CE%94%CE%99%CE%91%CE%98%CE%97%CE%9A%CE%97.%20Text%20with%20critical%20appararatus~PUR%3D</a></span>, British and Foreign Bible Society, London 1904.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/chrstuni/general-docs/rc_pc_chrstuni_doc_19871116_guidelines-bible_en.html">Wortlaut der „Guiding Principles“ vom 16. November 1987 (Englisch)</a></span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Franz_Delitzsch" title="Franz Delitzsch">F. Delitzsch</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.archive.org/details/handschriftlich00deligoog/page/n8/mode/1up"><i>Handschriftliche Funde: Die Erasmischen Entstellungen des Textes der Apokalypse</i></a></span><span style="display: none;"><a rel="nofollow" class="external free" href="http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dhandschriftlich00deligoog~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn8~doppelseitig%3D~LT%3D%27%27Handschriftliche%20Funde%3A%20Die%20Erasmischen%20Entstellungen%20des%20Textes%20der%20Apokalypse%27%27~PUR%3D">http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dhandschriftlich00deligoog~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn8~doppelseitig%3D~LT%3D%27%27Handschriftliche%20Funde%3A%20Die%20Erasmischen%20Entstellungen%20des%20Textes%20der%20Apokalypse%27%27~PUR%3D</a></span>, Leipzig 1861.</li>
<li><a href="Eberhard_Nestle" title="Eberhard Nestle">Eberhard Nestle</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.archive.org/details/vomtextusrecept00nestgoog/page/n6/mode/1up"><i>Vom Textus Receptus des griechischen neuen Testaments.</i></a></span><span style="display: none;"><a rel="nofollow" class="external free" href="http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dvomtextusrecept00nestgoog~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn6~doppelseitig%3D~LT%3D%27%27Vom%20Textus%20Receptus%20des%20griechischen%20neuen%20Testaments.%27%27~PUR%3D">http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dvomtextusrecept00nestgoog~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn6~doppelseitig%3D~LT%3D%27%27Vom%20Textus%20Receptus%20des%20griechischen%20neuen%20Testaments.%27%27~PUR%3D</a></span> Ein erweiterter Vortrag, Barmen 1903. S. 9.</li>
<li><a href="Kurt_Aland" title="Kurt Aland">Kurt Aland</a>, <a href="Barbara_Aland" title="Barbara Aland">Barbara Aland</a>: <i>Der Text des Neuen Testaments. Einführung in die wissenschaftlichen Ausgaben sowie in Theorie und Praxis der modernen Textkritik.</i> 2. ergänzte und erweiterte Auflage. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1989, ISBN 3-438-06011-6.</li>
<li>Kurt Aland: <i>Studien zur Überlieferung des Neuen Testaments und seines Textes</i> (= <i>Arbeiten zur neutestamentlichen Textforschung</i> 2, <a href="Zeitschriftendatenbank" title="Zeitschriftendatenbank">ZDB</a>-ID <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=500015-4&key=zdb">500015-4</a></span>). de Gruyter, Berlin 1967.</li>
<li>Martin Heide: <i>Der einzig wahre Bibeltext? Erasmus von Rotterdam und die Frage nach dem Urtext.</i> 5. verbesserte und erweiterte Auflage. VTR, Nürnberg 2006, ISBN 3-933372-86-0.</li>
<li>Karl-Hermann Kauffmann: <i>Der Text des Neuen Testamentes</i>, Freie Brüdergemeinde Albstadt 1996.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.blueletterbible.org/tr/rev/1/1/">Textus Receptus</a> Herausgeber: Blueletterbible.org</li>
<li>Die folgenden Veröffentlichungen stammen von evangelikalen Kritikern des Textus receptus:
<ul><li>Martin Arhelger: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bibelbrunnen.de/Dokumente/sonstTextRec.php"><i>Gibt der Textus Receptus die Urfassung des Neuen Testaments wieder?</i></a> Website von Bibelbrunnen.de.</li>
<li>Martin Arhelger: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.martinarhelger.de/textgrundlage.pdf"><i>Die Textgrundlage des Neues Testaments.</i></a> (PDF; 651 kB) 2006. Website von M. Arhelger.</li>
<li>Johannes Kovar: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.advent-verlag.de/adventecho/neu/AE-2004-11-03b-Receptus.pdf"><i>Textus receptus und moderne Übersetzungen.</i></a> (PDF; 246 kB) 3. November 2004. Website des Advent-Verlags.</li></ul></li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-11-24" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Textus_receptus&oldid=261843241">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>
</body></html>